Datenbank Kinder- und Jugendliteraturforschung

Österreichische Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945

<< Datenbank

Waldgeschichten, Märchen und Fabeln

placeholder image
Autor
Sperl, Hans
Rezeption

„Der Verfasser dieses Buches, Prof. Dr. Hans Sperl, ist seit 45 Jahren Eigentümer der Gemeindealpe und Pächter der Gemeindejagden in Feistritz- und Möschitzgraben und ist hier mit Leuten und der Gegend aufs Engste verwachsen. Er gab zu seinem 80. Geburtstag am November 1941 dieses Buch heraus, dessen Waldgeschichten, Fabeln und Märchen hier ihren Ursprung haben und die aus Erlebnissen und Eindrücken in den Bergen bei Judenburg entstanden sind. Das Buch ist mit einem Geleitwort von Hans Klöpfer versehen und ist wunderschön illustriert. Hans Sperl führt uns in unsere Berge und erzählt mit viel liebevoller Kleinmalerei von Menschen, die hier einmal lebten und nur mehr im Gedächtnis der Aeltesten als Erinnerung fortleben. Mancher Leser wird hier Gestalten finden, die er selbst noch gut gekannt hat, so wie sich noch viele an das Paar erinnern können, das, ohne zu betteln, einmal hier und einmal da auftauchte, und von denen jeder an einem Strick einen gelben, fetten Hund hinter sich her zog. Beim Lesen der Geschichten, Märchen oder Fabeln fühlen wir immer das Rauschen des Waldes und seine Geheimnisse, weil ihn uns der Verfasser mit seinen als Weidmann geschärften Sinnen verlebendigt. Es ist ein Buch das zu den Menschen dieser Gegend noch tiefer spricht als zu denen, denen die hiesigen Berge mit ihren weiten und tiefen Wäldern und die hiesigen Bergbewohner unbekannt sind. Die Märchen und Fabeln sind nicht nur für Kinder, mehr noch für Erwachsene zum Lesen geeignet, aus denen man immer wieder neue Anregung empfängt, da sie manche Erkenntnisse enthalten, wie sie uns nur die Weisheit des Alters schenken kann. Ein Buch, das in unserer Gegend entstand und deshalb hier weiteste Verbreitung verdient. M. Hamburger (Murtaler Zeitung, Judenburg, N. 16, 19.Ap 18. April 1942, S. 7) Prof. Dr. Hans Sperl feierte vorgestern in vollster geistiger und körperlicher Frische seinen 89. Geburtstag. Als österreichischer [...] stellte er in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Universitätsprofessor sein umfassendes Wissen und Können insbesondere der juridischen Fakultät zur Verfügung und entfaltete hiebei eine außerordentlich segensreiche Tätigkeit. Als Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften, Ehrenvorstand des Wiener Männergesangvereines, Präsident des Hauptverbandes von„Österreichs Goldenen Herzen" war er Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Während seines Ruhestandes schrieb er einige Bücher, von denen„Roland Zaiüs", der Roman eines Lebens,„Jutta und Mira“, eine Erzählung aus den Bergen,„Graf Felsenstein und sein Nachbar“, ein Gesellschaftsroman, und Waldgeschichten, Märchen und Fabeln erwähnt seien. Diese Werke halten als erfrischender Trunk aus heimatlicher Bergquelle bereits bei der vierten vermehrten und neuausgestatteten Auflage. (Wiener Zeitung, Nr. 268, 18. November 1950, S. 4)

Inhalt

Das Buch enthält 5 Waldgeschichten, neun Märchen, 10 Fabeln. In sämtlichen Texten wird das „Deutsche Reich“ hervorgehoben, als gutes Beispiel für eine intakte Natur und Reichtum. Warnungen und moralische Hinweise finden sich in fast jeder Geschichte. In der letzten Fabel „Der kleine und der große Baumeister“ träumt ein 12jährige Bub im Rathauspark, dass der Rathausmann ihm Wien zeigt und weil der Kleine Baumeister werden will auf den „großen Baumeister“ hinweist, , auf den „größten Baumeister aller Zeiten.“ (141)

Veröffentlichungsereignisse
Verlag Datum Ort Ausgabe Hersteller Place of Manufacture Date of Manufacture Beschreibung Analysierte Ausgabe
Walter 1942 Wien 1948, 4., verm. u. neu ausgestattete Aufl. Heinrich Geitnre, Ges. m.b.H 141 S. ✓
Open in fullscreen
Quellen
Hopster/Josting/Neuhaus 2001