Die Bude Ko. Sittenroman der Jugend
- Titel
- Die Bude Ko. Sittenroman der Jugend
Der österreichischen Psychoanalytiker Rudolf Urbantschitsch (1879-1964), der ab 1936 als Rudolf von Urban in den USA lebte, schreibt im Vorwort: „Ich habe mit großem Interesse den Roman im Manuskript gelesen. Ohne näher auf den Inhalt des Werkes einzugehen, das ich fesselnd, interessant und lebensecht geschrieben finde, will ich hauptsächlich seine darin enthaltene Tendenz aufgreifen, die ganz auf der Linie meiner Bestrebungen liegt: der seelisch und in ihrem Geschlechtsleben auch körperlich führerlosen Jugend Hilfe zu bringen“ (S. 6) Er wendet sich gegen „Scheuklappen und Ammenmärchen“ und will mit „offenen und ehrlichen Worten der Jugend die Sprache ihrer gesunden Triebe verstehen zu lernen“ (ebd.) Kinder sollen sich mit ihren sexuellen Nöten an die Eltern wenden dürfen um sich die Antworten nicht in der „Gosse“ holen zu müssen, denn „Nur der wissende Mensch hat auch die Kraft der Versagung! Wer im Dunkeln und Halbdunkeln tappt, wird leicht verunglücken! (7) Neues Wiener Tagblatt, 11. Oktober 1936, S. 31: Dittrich Linsinge r:„Die Bude Ko." Sittenroman der Jugend. (Augartenverlag Stephan Szabo.) In diesem gutgemeinten, aber stark nach Kolportage duftenden Sittenroman, um den sich anscheinend zwei junge Autoren bemüht bab-n, geh: es um das Frühlingserwachen einiger Salzburger Mittelschüler, dw auf verschiedene Arten ihre Nöte abreagicren, Dr, Rudolf Urbantschitsch schr-eb dazu ein empfehlendes, jedoch nicht eben kritisches Vorwort. Der Roman will das Gewissen der Eltern aufrütteln, ihren Kindern im kritischen Alter Freund und Berater zu sein, aber diesem Wollen fehlte es doch an Können. Daß auch Emil Jannings unschuldigerweise in die Geschichte verwickelt wird, sollte wohl den Reiz der Lektüre erhöhen. Aus literarischen Anwert kann diese Neuerscheinung jedenfalls nicht rechnen. Gemeinsam mit dem Salzburger Pädagogen Rupert Linsinger publizierte Josef Dittrich 1933 Die Bude Ko. Sittenroman einer Jugend im Wiener Augarten-Verlag. Dieses Werk verschwieg L. im RSK-AA, wohl um nicht wegen des nun als anstößig geltenden Untertitels die Zensur auf den Plan zu rufen. (Baur/Gradwohl-Schlacher 2021, 185)
Die Handlung ist in Salzburg angesiedelt, in einer Wohngemeinschaft bei einer Familie Kolomannsbacher, kurz Ko genannt. Dort wachsen unterschiedliche Bubentypen heran, unter anderem Ruby, der gewissenslos mit Mädchen umgeht, eine von ihm schwängert, in den Selbstmord treibt und von einer anderen aus Verzweiflung ermordet wird.
| Verlag | Datum | Ort | Beschreibung | Analysierte Ausgabe |
|---|---|---|---|---|
| Augartenverlag Stephan Szabo | 1933 | Wien, Leipzig | ||
| 244 Seiten Das Vorwort stammt vom österreichischen Psychoanalytiker Rudolf Urbantschitsch (1879-1964), der ab 1936 als Rudolf von Urban in den USA lebte. | ✓ | |||
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- Quellen
- Baur/Gradwohl-Schlacher 2021