Datenbank Kinder- und Jugendliteraturforschung

Österreichische Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945

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Ostmarkmädel

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Title
Ostmarkmädel. Ein Erlebnisbuch aus den Anfangsjahren und der illegalen Kampfzeit des BDM in der Ostmark
Autor
Weber-Stumfol, Herta
Contents

Das Buch von Herta Weber-Stumfohl, der Obergauführerin des BDM, ist in Tagebuchform abgefasst und erzählt über Ziele und Methoden der einzelnen Verbände. Die Verfasserin ist eine überzeugte Nationalsozialistin, was sich auch in ihrer Sprache widerspiegelt. Eines der wenigen Mädchenbücher, in denen Rassismus und Antisemitismus massiv – und auch hier sprachlich deutlich emotional – ausgedrückt werden. (Fülgraff S. 90) Der erste Eintrag ist mit Weihnacht 1930 datiert und jammert über die „Fremdrassigen“ in Wien. Der zweite Eintrag vom 20. April 1931 schildert das Elend der Bevölkerung, an dem die Juden schuld sind. Alle Tische besetzt von den Hebräern, behäbig und protzig, gewichtig – gleichsam in Gedanken an die vollen Brieftaschen – sitzen sie in den vornehmen Cafés und schauen gelangweilt auf die Straße. [..] (S. 9) „Nichtarier“, die in den Vorlesungen sitzen, werden ebenfalls in den Tagebuchnotizen erwähnt. Die Schreiberin nimmt sich fest vor, dagegen anzukämpfen. Am 6. Mai 1931 berichtet das Tagebuch von der Ernennung zur Gauführerin. Die weiteren Eintragungen erzählen von den Schulungen, von den schwierigen Problemen, vor allem von den Zusammenstößen mit „Sozis“ und KommunistInnen, um die Rassenfragen zu beantworten. In diesem Buch wird auch deutlich, dass es zahlreiche Versuche gab, die Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeiter-Jugend abzuwerben. Am 10.1.1932 wurde Weber-Stumfohl Gebietsreferentin für den BDM. Das Frauenbild war eindeutig: Deutschland braucht Frauen, die stark und lebensbejahend auf ihrem Platze stehen. Frauen, die von der Verantwortung dem Volke gegenüber, dem sie blutmäßig angehören, wissen. Frauen, die ihrem Manne treue Kameradinnen sind, in Kampfes- und Notzeiten nicht nur durchhalten, sondern Kraft und Mut geben können. Frauen, die ihrem Volk gesunde Kinder schenken und bereit sind, sie zu aufrechten und tapferen Menschen zu erziehen: daß sie dereinst, wie wir, nur eines kennen: Deutschland! (S. 22) Deutlich ist in diesem „Mädchenbuch“ auch, dass es eine so genannte Ehre war, dabei sein zu dürfen. Die Schilderungen von den Lagern sind mitreißend, von politischen Inhalten wird kaum gesprochen, beschrieben wird vor allem die kameradschaftliche Atmosphäre, das naturnahe Leben, als die Autorin zum Beispiel mit dem Wiener BDM in der steirischen Ramsau Lager abhält, heißt es: Wenn wir morgens im Kreise stehen, uns an den Händen halten und unseren Tag mit einem frohen Lied beginnen, dann sind wir alle gleich glücklich und dankbar dafür, dass unsere Heimat so herrlich schön ist und dass in diesen stolzen Bergen so wunderbare Menschen leben. (S. 27)

Publication events
Verlag Datum Ort Manufacturer Place of Manufacture Date of Manufacture Beschreibung Analysierte Ausgabe
Junge Generation Verlag 1939 Berlin Spamer AG Leipzig Gegen die Herausgabe dieser Schrift bestehen seitens der NSDAP keine Bedenken.-Die Schrift wird in der NS-Bibliographie geführt. Berlin, 1939 Der Vorsitzende der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums Widmung: Den treuesten Kameradinnen in schwerer Zeit! 222 Seiten Auf der Seite 223 wird unter dem Titel "Bücher, die uns viel sagen" geworben: So sind wir Sommertage in Heidersdorf Ein Mädel in der Front Werbung auf Seite 224: Weitere Erlebnisbücher unserer Zeit Dies Mädel ist Hanne Das ist der weibliche Arbeitsdienst So war`s bei uns in Knippelbrück
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Quellen
Blumesberger, 2009
Blumesberger 2011
Fülgraff 1983
Grenz 1983
Grenz/Wilkending 1997