Datenbank Kinder- und Jugendliteraturforschung

Österreichische Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945

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Das Preisausschreiben. Abenteuer zweier Mädels in Dalmatien

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Titel
Das Preisausschreiben. Abenteuer zweier Mädels in Dalmatien
Autor
Urbanitzky, Grete von
Illustrator
Stratil, Karl
Rezeption

Hopster/Josting /Neuhaus 2001, Bd. 1, 1242 Urteile: Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums 1938, S. 7 (Sämtliche Schriften) Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums 1941, S. 19 (Sämtliche Schriften)

Inhalt

Die 18jährige Hanna Vögtli, Tochter eines Lokomotivführers hat bei einem Preisausschreiben für eine Fotografie von der Kamera-Zeitschrift eine Dalmatienreise gewonnen. Die Mutter will zunächst nicht erlauben, dass das Mädchen ganz alleine fährt, denn es war außerhalb des "Reichs" (7), aber der Vater erlaubt es. Die beliebte Hanna erregt Aufsehen mit der gewonnen Reise, die für damalige Zeiten natürlich sehr ungewohnt war. Ihre Freundin, die Berlinerin Ruth Grotius hat bereits ihr Abitur gemacht und darf Hanna zur Belohnung dafür begleiten. Die beiden Mädchen sind sehr unterschiedlich, die dunkelblonde aus einfacheren Verhältnissen stammende vernünftige Hanna und die braungelockte Ruth, die scheinbar aus einem reichen Elternhaus stammte und sich eine schicke Reisegarderobe zulegen konnte. Ruth flirtet schon ein wenig mit dem älteren blonden Bruder Hans von Hanna. In Mailand kaufen die praktisch veranlagten Mädchen zunächst „Hafteln“ und sind vom Dom enttäuscht, den sie sich wesentlich imposanter vorgestellt haben. Sie sind außer Glück vor Freude als sie in Venedig mehrere Stunden Zeit haben, um sich umzusehen, mit Mühe erreichen sie noch ihren Zug. Hanna ist glücklich, schöne Aufnahmen nachen zu können und besuchen sogar ein Hafenlokal in Spalato und wurden aufgefordert einer Händlerin beim Verladen von Gemüse zu helfen, da ihre sonstigen Helfer betrunken im Lokal saßen. In Ragusa sind sie ganz entzückt von der Schönheit der Stadt , sie bewohnen ein kleines günstiges Häuschen und genießen den Aufenthalt. Auf der Terrasse eines Kaffeehauses lernen sie einen jungen deutschen Burchen kennen, der die Akademie besucht hat und nach Griechenland möchte, der seone selbst gemalten Bilder an Touristen verkauft und sofort Gefallen an Hanna findet. Ruth sieht etwas auf ihn herab. Hanna kauft ihm ein Bild ab, für Ruth unverständlich. Sie lernen auch das ältere Ehepaar Knoll kennen, er ist in Sachen Filmpropaganda für Margarine unterwegs. Wieder treffen sie den Maler Heinz Norweg. Ruth und Hanna reisen mit den Knolls weiter nach Metkovic. In einem Hafelokal hören die beiden Mädchen auf Französisch zwei Männern zu, die über einen Schatz sprechen, der in der Nähe von Saloniki Nea Magnissia bei drei Akazien vergraben zu sein scheint. Es geht um Hundertausend Goldpfund. Der Schatz sollte von einem Räuberbandenführer namens Kotsula stammen, der diese Info von einem lungenkranken Soldaten erhalten hat. Angeblich haben die Türken bei ihrer Flucht nach Saloniki den Kopf verloren und die Kriegskasse eingraben lassen. Die beiden Männer waren jedenfalls beide eingesperrt gewesen und der eine mit Alkoholschmuggel in Amerika reich geworden. Hanna setzte es sich in den Kopf, den Schatz selbst finden zu wollen. Sie wollte damit ein neues Stadion in Freiburg, ihrer Heimatstadt bauen und ein neues Ferienheim in Schauinsland. Die Mädchen fahren mit den Knolls weiter, tiefer in das Landinnere, bleiben wegen der Margarineverhandlungen ein paar Tage in Sarajewo und besorgen sich alte Karten aus den Balkankriegen. „Sie sind tief im Orient. Deutschland ist weit.“ (64) Das erleben sie auch in Skople. Hanna schwärmt von den Farben, wobei Ruth meint, dass Farbe eigentlich mehr Sache der Maler sei als der Fotografen (66), es gab damals ja noch keine Möglichkeit Farben mit dem Fotoapparat einzufangen. Es ist jedenfalls ein „unkomfortables Land“ in dem sie sich jetzt bewegen.(66) Hanna träumt weiterhin vvom Goldschatz , sie würde den Eltern eine lang ersehnte Seereise kaufen, eine Uniform für ihren Bruder Heini und einen Matadorkasten und für sich einen Photoapparat mit einem unglaublichen Objektiv mit dem man sogar bei künstlichem Licht Aufnahmen machen kann. (67). Alleine reisen die beiden nach Saloniki, bzw. weiter nach Nea Magnissia, jetzt Arapli genannt. Mehrere Nächte hindurch gehen sie mit Spaten los um nach dem Gold zu graben und treffen wieder auf die zwei Männer. Hanna gibt vor, bereits eine Grabung finanziert zu bekommen und wendet sich dann wirklich an den Gemeindeältesten. Ruth träumt im Ggensatz zu Hanna von einem geschichtswissenschaftlichen Institut nur für Frauen , von einem Seehundmantel und einem kleinen Sportwagen. Mit dem Gemeindeältesten fahren sie nach Saloniki, die griechische Regierung bewilligte die Ausgrabungen. Inzwischen macht sich Heinz Norweg Gedanken über die Mädchen vor allem über Hanna. Als er auf Ruth trifft macht sie nur Andeutungen, dass Hanna nicht mehr alleine sei, er macht sich Sorgen um ihre Sicherheit und geht sogar zu den Behörden. Eine der beiden Männer wird schließlich ermordet aufgefunden und sogar Ruth und Hanna stehen unter Mordverdacht. Unter dem letzten Kapitel „Hanna, das Glück liegt anderso“ sind die Mädchen wieder frei, nach einer Nacht im Gemeindearrest. Zum Schluss sind die beiden wieder mit Heinz vereint, der die beiden ermahnt, lieber die Reiseeindrücke zu genießen, als geblendet von Gold sich auf gefährliche Abenteuer einzulassen. Am Ende deutet sich eine Liebesgeschichte zwischen Heinz und Hanna an.

Veröffentlichungsereignisse
Verlag Datum Ort Serientitel Serien-ISSN Hersteller Place of Manufacture Date of Manufacture Beschreibung Analysierte Ausgabe
Gustav Weise Verlag 1935 Berlin Wir jungen Mädchen. Eine Sammlung von Erlebnisbüchern für junge Mädchen. Hg. von Johanna Johannsen und Rolf Italiander Oskar Meister Werdau Mit einem farbigen Umschlagbild und Bildern im Text von Karl Stratil. Fraktur, 94 S. 20 Kapitel ✓
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Quellen
Hopster/Josting/Neuhaus 2001