Michaels erster Sommer
- Titel
- Michaels erster Sommer
- Autor
- Landgrebe, Erich
- Genre
- Jugendliteratur
Erich Landgrebe der„Neo-Salzburger“, ist bei Bertelsmann in Gütersloh mit seinem kleinen Roman„Michaels erster Sommer“ vertreten, der Landgrebes besondere Begabung für die Schilderung der heranwachsenden Kinderseele erzählerisch dicht auf das erfreulichste beweist. (Salzburger Nachrichten, 17. Juli 1953, S. 4)
Der Autor erinnert sich an seinen ersten bewußt wahgenommenen Sommer am Land in einem Ort in den die Kinder aus unerfindlichem Grund mit den Kindern des Nachbarortes verfeindet sind. Im Mittelpunkt steht Trilisei, der mit einem „dreckstarrenden immer unrasierten kugelrunden Kürbiskopf“, einer „dicken roten Nase, als Trinker und Gauner beschrieben wird und seinem unehelichen Sohn Heini, genannt „das lange Elend“ der bzgl. Aussehen mit Hasenscharte und braunen Pferdezähnen (69) und Charakter ähnlich seinem Vater beschrieben wird.Beide genießen trotzdem ein gewisses Ansehen, denn sie sind listig und verbinden durch ihre Unsesshaftigkeit die beiden verfeindeten Orte miteinander. Eine wesentliche Rolle spielt auch „der weiße Hund“ aufgrund seiner sehr hellen Haare genannter Sommergast Michael, der sich als Stadtkind rasch in die derbeen Gewohnheiten der Landjugend einfügt. Michaels Vater muss während des Aufenthalts einrücken. So wird neben zahlreichen Abenteuern und Streichen auch die historische Zeit sichtbar gemacht, etwa die Angst vor den Serben, die ins Dorf kommen. Ein einziges Mädchen, Ursula, die Schwester Willis, Müllerskinder, auch „blonde Fahne“ genannt, wird bei der Bubenbande geduldet. Sie wagt den Spagat zwischen Unerschreockenheit, Michael zuliebe und dem Versuch mädcheng´haft zu wirken, was sich an der Haarmasche, die die dauernd verliert und die an zahlreichen Stellen erwähnt wird, widerspiegelt. Der Tod ist ein steter Begleiter, etwa als Tomas, der Knecht in der Pferdeschwemme ertrinkt. Aber auch eine gewisse Verzweiflung wird deutlich, als beispielsweise die Wiesnerin, die Mutter Heinis, über den Tod des Knechts meint: „manchmal ists auch ganz schön, wenn man gehen kann“ (54) Für Michael ist der Todesfall ein erster Einschnitt im Leben. Eine Schlüsselrolle spielt auch ein einem Spengler abgebettelter Gashahn, der als von allen begehrenswerter Besitz angesehen wird und um den es heiße Kämpfe gibt. Die Buben ernennen sich zu Oberbefehlshaber und Leutnant. Schließlich erhalten Michael und seine Mutter die Nachricht, dass der Vater gefallen ist. Michael will sich das Leben nehmen, indem er Steine, die er mit seinem Vater bereits im Urlaub auf einer schönen Wanderung gefunden hatte, schluckt. Es geschieht jedoch nichts, er ist sich plötzlich als Beschützer seiner Mutter bewusst und nimmt sich vor, wenn er größer ist um die Hand von Ursula anzuhalten. Am Ende kommt wieder der Autor selbst zu Wort, als er beschreibt, wie er als Erwachsener zurück ins Kamptaldorf kommt und alles anders vorfindet, als er es in Erinnerung hatte.
| Verlag | Datum | Ort | Hersteller | Place of Manufacture | Date of Manufacture | Beschreibung | Analysierte Ausgabe |
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| Paul Zsolnay Verlag | 1940 | Berlin, Wien, Leipzig | R. Kiesel | Salzburg | 174 S. Mit Zeichnungen von Erich Landgrebe | ✓ | |
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