Datenbank Kinder- und Jugendliteraturforschung

Österreichische Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945

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Lazar, Auguste

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Pseudonym
Ps.: Mary Macmillan
Vorname
Auguste
Nachname
Lazar
Alternate name
verh. Wieghardt,
Beruf
Germanist*in
Schriftsteller*in
Geburtsort
Wien
Geburtsdatum
1887-09-12
Sterbeort
Dresden
Sterbedatum
1970-04-07
Bedeutung

Auguste Lazar zählt neben Alex Wedding zu den WegbereiterInnen der sozialistischen Kinder- und Jugendliteratur. Die Vergangenheit Deutschlands aufzuzeigen, ist ihr in allen ihren Werken ein besonderes Anliegen. Ihre Jugendbücher sind im Stil des sozialistischen Realismus verfasst. "Die Gusti war ein gelehrter Doktor der Literatur, aber keinesfalls ein verstaubtes Bücherbrett, das nutzlos seine Tage verbrachte". (Hans Grundig, S. 272). Ihr Buch "Sally Bleistift in Amerika" gehörte zum festen literarischen Kanon der DDR und gilt heute als Klassiker der DDR-Literatur. Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Robert-Koch-Platz 10, 10115 Berlin-Mitte (45 Bände Unterlagen aus dem Zeitraum nach 1945, essayistische Arbeiten, autobiografische Aufzeichnungen, Korrespondenz,...)

Leben

War zunächst als Lehrerin an der Reformschule von Eugenie Schwarzwald tätig und folgte 1920 ihrem Mann nach Dresden, unterstützte dort den politischen Kampf ihrer kommunistischen Freunde, gewährte Flüchtenden oder Kuriern Unterkünfte. Arbeitete im antifaschistischen Widerstand ohne der KPD anzugehören, da sie sich so nützlicher machen konnte. So konnte sie sowohl ihre jüdische Herkunft als auch ihre politischen Bestrebungen geheim halten. Unternahm mehrere Reisen zu ihrer Schwester nach Dänemark. Von dort versuchte sie in die Sowjetunion zu gelangen, ihre einzige Legitimation war ihr Buch "Sally Bleistift", das in Moskau erschienen war und sich dort großer Beliebtheit erfreute. Sie emigrierte von Dresden in letzter Minute - ihr Reisepass war bereits abgelaufen - am 5. Mai 1939 mit einem Permit als Köchin über Wien nach England. Sie war zunächst als Köchin, Kindermädchen, später dann halbtags als Stenotypistin tätig. Nebenbei beschäftigte sie sich im Britischen Museum mit der Französischen Revolution. 1949 kehrte sie nach Dresden zurück und war seit dieser Zeit als Schriftstellerin tätig.

Familie

Auguste Lazar wuchs als fünftes von acht Kindern wohlhabender jüdischer Eltern in Wien auf. Der Vater war Brückenbauingenieur der Eisenbahn. Zwei Schwestern kamen später im Konzentrationslager um. Schwester: Marie Lazar, verh. Strindberg (22.11.1895, Wien-30.3.1948 Stockholm) Schriftstellerin, veröffentlichte unter dem Pseudonym Esther Grenen und schilderte in ihrem Buch „Die Eingeborenen von Maria Blut“ (1935) das Heranreifen des Nazismus in Österreich.

Quellen
Literaturhaus/Exilbibliothek
Blumesberger 2014
Stiftung Archiv der Akademie der Künste