Datenbank Kinder- und Jugendliteraturforschung

Österreichische Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945

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Der Traum vom Reich

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Title
Der Traum vom Reich
Autor
Jelusich, Mirko
Über

433 S. Jelusich beschreibt einen Abschnitt aus dem Leben des Prinzen Eugen, den Spanischen Erbfolgekrieg.

Rezeption

Der Verantwortliche des Berliner Verlages Safari, schrieb über die Drucklegung des Buches: Sehr verehrter Herr Doktor! Es wird Sie sicher freuen, daß die einlaufenden Urteile auch auch der großen Sortiumenter über Ihr Werk außerordentlich zustimmend sind. Es wird immer wieder betont, daß das Thema in seiner ganzen Durchführung gerade das sei, was der deutsche Leser heute wünscht und erwartet, so daß ich glauben möchte, daß wir auf die Dauer gesehen, einen wirlich sehr großen Erfolg erreichen werden, der nicht nur auf die augenblickliche Konjunktur zurückgeführt zu werden braucht. Ich war dieser Tage im Reichsmarschallamt und hatte Gelegenheit, Herrn Ministerialdirektor Staatsart Dr. Gritzbach, den engsten Mitarbeiter von Hermann Göring, zu sprechen. Ich erzählte ihm von Ihrem Buch und erhielt kurz darauf einen Anruf, daß sich der Herr Reichsmarschall sehr dafür interessiert, zumal es sich um eine vom durchaus großdeutschen Standpunkt aus aufgefaßte Darstellung handelt. Ich habe mir deshalb erlaubt, auch in Ihrem Auftrag 1 Exemplar des Buches in Ganzleder in einer besonders ansprechenden Ausstattung dem Herrn Reichsmarschall zu überreichen. Das Reichsmarschallamt hat die Absicht, der Presse Anweisung zu geben, daß das Buch besondres groß herausgestellt wird. [...]Brief des Safari-Verlages in Berlin an Jelusich vom 19.12.1940 (im Nachlaß), zitiert nach Sachslehner. Das Buch war bis 1945 sehr erfolgreich. 1979 wurde es im Grazer Stockerverlag unter dem Titel "Prinz Eugen, der Feldherr Europas" neu aufgelegt.

Contents

er historische Inhalt wird entsprechend der NS-Propaganda tendenziös verändert. Jelusich befaßt sich in diesem Roman mit dem Erbfolgekrieg, vor allem mit Kaiser Joseph II. und Prinz Eugen von Oranien. Wie in anderen historischen NS-Romanen wird suggeriert, dass in der Gegenwart, im nationalsozialistischen Staat, Ideale deutscher Geschichte zur Vollendung gebracht werden können (siehe Hillesheim, S. 257) Joseph II und Prinz Eugen treten als die großen Hüter der Reichsidee auf. Die Feinde, so wird suggeriert, sind damals die gleichen wie heute, nämlich die Juden, Frankreich und die Uneinigkeit der Deutschen untereinander. Das Buch drückt auch den Appell aus, diese Vision des Reiches doch jetzt in der NS-Zeit, zu verwirklichen. Die historischen Figuren werden als "Sprachrohr" für die eigene nationalsozialistische Propaganda verwendet. Die Juden werden als Betrüger, die auf den Kosten der Deutschen leben, dargestellt, den LeserInnen wird vermittelt, dass das auch immer schon so war. Gewalttaten gegen die Juden werden so als gerechtfertigt dargestellt. Er legt Kaiser Franz Joseph II. in seiner Todesstunde folgende Worte in den Mund: "Nun kann ich ruhig sterben [...] Nun sehe ich die Fahne - hoch flattert sie, turmhoch - über alles hinweg - in die Sonne hinein - ins Licht" was stark an das Horst -Wessel.-Lied denken lässt. Der "Traum vom Reich" geht von Herrscher zu Herrscher, bids zu Hitler, der dieses schließlich vollenden soll, so will Jelusich suggerieren.

Publication events
Verlag Ort Manufacturer Place of Manufacture Date of Manufacture Analysierte Ausgabe
Safari Verlag Berlin G. Kreysing Leipzig 1940
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Quellen
Hillesheim/Michael
Sachslehner 1985