Seemann, Margarete
- Pseudonym
- Margmann
- Beruf
- Jugendbuchautorin
- Lehrerin
- Lyrikerin
- Geburtsort
- Wien
- Geburtsdatum
- 1893-07-26
- Sterbeort
- Wien
- Sterbedatum
- 6.6.1949-06-06
Erhielt die Titel Professor und Regierungsrat. Am Hetzendorfer Friedhof wurde ihr ein Ehrengrab gewidmet. 1993 wurde der Margarete-Seemann-Weg in Wien-Meidling nach ihr benannt.
War ab 1912 als Volksschullehrerin in Hernals tätig. Erkrankte 1921 schwer. Lebte ab 1930 als freie Schriftstellerin in Wien. Hielt Lesungen, u. a. 1935 auf Einladung des „Winfried“ im Saal der Lesegesellschaft. Sie engagierte sich sozial und schuf für ihre SchülerInnen Märchenspiele und Theaterstücke mit katholischem Hintergrund. Ihre Lesungen waren sehr beliebt. Trat 1936 als Lehrerin aus Krankheitsgründen, sie war an Knochenkrebs erkrankt, vorzeitig in den Ruhestand. Veröffentlichte zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Jahrbüchern. Ihre Bücher wurden von bekannten IllustratorInnen, u. a. von Ida Bohatta, bebildert. 60 ihrer Gedichte wurden von verschiedenen Komponisten vertont, ihre Bücher in sieben Sprachen übersetzt. Ihr Werk ist stark katholisch geprägt, was sich insbesondere in der Thematik der Mutter-/Marienverehrung zeigt. „Seemann ist der Typ der Österreicherin. Lebendig, vielseitig, warmherzig. Von einem seelischen Reichtum, der staunen macht.“ (Domanig, Maria: Frauendichtung der Zeit, S. 151.) Blanche Kübeck schrieb über „Blühender Dorn“: „Ein Buch, in jeder Zeile menschlich durchblutet, ein Buch des Muttertums, das südmährischer Erde entwuchs. Wundervoll, wie in dieser herben, volkstümlich kantigen Sprache Acker, Flur und Weinberg, Sterne und Bäume, das wurmstichige Kirchengestühl, darin die Gemeinde dem Orgelspiel in Urväterfrommheit lauscht, naturhaftes Menschentum und kernhafte Volksgestalt ganz zu dichterischem Bild und Gleichnis werden. [...] Eine Dichterin hat es geschrieben, deren Kraft aus dem tiefen Born des Volkes quillt.“ (Kübeck, Blanche: Margarete Seemann: „Blühender Dorn“. In: Neue Freie Presse, 28.6.1931.) Über ihr Buch „Eins, zwei, drei, vier, jetzt fliegen wir“ heißt es in der „Neuen Freien Presse“ am 6.12.1935: „Margarete Seemann berichtet [...] von einer Fahrt durch die Luft, die sechs Kinder antreten, um sich einmal Afrika und sein schwarzes Negergewimmel aus der Nähe zu besehen. Damit sie sich aber vorher auch ein wenig über die Tierwelt informieren, wird die erste Zwischenlandung gleich in Schönbrunn gemacht. Mit heiterster Anmut und Phantasie erzählt, werden diese Kapitel bei den kleinen Lesern herzliche Zustimmung finden.“ In einem Nachruf hieß es: „Von wahrhaft christlichem Geist erfüllt, haben ihre Bücher der Jugend nicht nur Vergnügen, sondern auch Nutzen gebracht.“ (Margarete Seemann gestorben. In: Wiener Zeitung, 8.6.1949.) Margarete Seemann wurde auch als „österreichische Selma Lagerlöf“ bezeichnet. Mit Kardinal Innitzer bekannt, der für sie Dichterlesungen im Wiener Erzbischöflichen Palais organisierte.
Vater: Dekorations- und Kirchenmaler Simon S. (Guldenfurt [Brod nad Dyji]/Mähren, 1850–Wien, 1918), gerichtlich beeideter Sachverständiger und Schätzmeister, bei der künstlerischen Ausgestaltung einiger Kirchen seiner engeren Heimat so erfolgreich, dass er nach Wien geholt wurde, um am bildnerischen Schmuck der Votivkirche mitzuwirken. Sie stammte aus einer gutbürgerlichen Familie, wuchs im Wiener Gemeindebezirk Josefstadt und im südmährischen Guldenfurt bei Nikolsburg auf.
- Bekannt mit
- Fetzer-Holzaepfel, Ruth
- Quellen
- Blumesberger 2014