Grogger, Paula
"So verdanken wir Paula Grogger manch tiefes Gleichnis des menschlichen Lebens in dem Familie und Volk, Natur und ott umschließenden Kreis; und immer steht sie mit ihrem Schaffen fest auf dem Boden iher Heimat, die in dieser Dichterin eine mit künstlerischen Gaben reich gesegnete Künderin besitzt. (Langenbucher 1941, S. 345) Über das "Grimmingtor" heißt es: Im Roman erzeugt Grogger eine Atmosphäre zwischen Mythos und Christentum. (Ottaa, 78) Wird auch als "weiblicher Rosegger" bezeichnet (Ottawa, 79) Als Vorbild und Lehrmeisterin beschrieb sie Enrica von Handel-Mazzetti, der sie auch das "Geheimnis von der Weberin" widmete. 1928 Preis des Ebner-Eschenbach-Fonds; 1932 Volkspreis für deutsche Dichtung. 1936 erhielt sie das Österreichische Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft I. Klasse und die Medaille der Stadt Wien, 1952 den Peter Rosegger-Preis des Landes Steiermark (gemeinsam mit Margarete Weinhandl), 1955 den Handel-Mazzetti-Preis, 1959 die Erzherzog-Johann-Plakette in Silber, 1961 den Steirischen Ehrenring. Am 21.7.1966 wurde sie mit dem Titel Professor geehrt. Sie trat 1933 aus dem P.E.N.-Club aus und vor dem "Anschluss" in den Bund der deutschen Schriftsteller Österreichs ein. 1939 wurde sie nach anfänglichen Schwierigkeiten - politische Unzuverlässigkeit - Mitglied im NS-Bund deutscher Schriftsteller Österreichs, Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Spätestens 1955 war sie wieder Mitglied des P.E.N.-Clubs.
Nach dem Abschluss der Lehrerbildungsschule arbeitete Paula Grogger als Supplentin in Wörschach, war dann ein halbes Jahr stellenlos und trat schließlich ihren Dienst an der evangelischen Volksschule in Schladming an. Nach Kriegsausbruch war sie Supplentin in Öblarn. Nach Kriegsende wurde sie aufgrund der Stellennot Handarbeitslehrerin. Da ihr Verdienst sehr gering war und sie zum Teil auf elterliche Hilfe angewiesen war, musste sie nebenbei im Geschäft mitarbeiten. Aber auch zum Dichten und Schreiben fand sie noch Zeit. Später sandte sie ihre Werke ein und wurde u. a. auch von dem Musikkritiker Paul Stefan ermutigt. Immer wieder fuhr sie nach Salzburg und Graz, um am literarischen Leben teilzuhaben. Dabei fand sie Zugang zum Reinhardt-Kreis. Ihr Roman „Das Grimmingtor“ brachte den großen Durchbruch. Daraufhin unternahm sie, obwohl immer noch im Schuldienst, zahlreiche Vortragsreisen. Aufgrund ihrer literarischen Leistungen und ihres schlechten Gesundheitszustandes erhielt sie eine Ehrenpension von 200 Schillingen zuerkannt, seit 1929 war sie hauptberufliche Schriftstellerin. In den folgenden Jahren verstarben ihre Eltern, das Geschäft musste verkauft werden. In den Jahren des Nationalsozialismus wurden ihre Werke zum Teil sehr vereinnahmt – standen u. a. auf deutschen Empfehlungslisten. Obwohl sie am 10.4.1938 in der „Neuen Freien Presse“ das Gedicht „Deutscher Gruß“, ein hymnisches Gedicht an Hitler, veröffentlichte und am 1. Großdeutschen Dichtertreffen in Weimar teilnahm, wurde ihr später ihre Pension wegen politischer Unzuverlässigkeit auf 126 Schillinge gekürzt – sie hatte sich u. a. geweigert, ihr Haus zu beflaggen, als Adolf Hitler auf dem Weg zu einer Kundgebung nach Graz durch Öblarn fuhr. Aus diesem Grund erschienen auch während des Krieges kaum Arbeiten von ihr. Nach dem Krieg in finanzielle Not geraten, half ihr ihr Onkel mit einen Gewinn aus der Klassenlotterie aus. Ihr Stück „Die Hochzeit“ wird seit 1936 alle fünf Jahre im Rahmen der Öblarner Festspiele am Originalschauplatz aufgeführt. Ihr Wohnhaus ist als Museum eingerichtet. Beiträge von ihr erschienen u. a. in „Das Gewissen“, in „Heimgarten“, „Lebendige Dichtung“ und in der „Monatsschrift für Kultur und Politik“.
Großeltern väterlicherseits: Maria und Johann Grogger vulgo Stralz; Großeltern mütterlicherseits: Ignaz und Franziska (geb. Gföller) Longin. Der Vater Franz begann mit einem kleinen Handel und brachte es zu beträchtlichem Wohlstand. Er war ein fleißiger Mann, der auch seine Kinder ununterbrochen zur Arbeit anhielt. Die Mutter Marie Longin aus ärmlichen Verhältnissen in Schladming kam mit den hochfliegenden Träumen ihres Ehemannes nicht gut zurecht. Paula Grogger hatte eine Schwester: Hildegard. Paula sollte in das Geschäft des Vaters – ein Eisenwarengeschäft – eintreten, wehrte sich aber dagegen. Bei ihrem Onkel Fritz, dem Bruder des Vaters, der eine Schwester von Paulas Mutter, Juli, geheiratet hatte, fand Paula die musischen Anlagen, die sie bei den Eltern vermisste. Schon als Kind las Paula sehr viel, spielte Theater und schrieb Gedichte. Halbschwester: Adelheid Thorbäcken