Datenbank Kinder- und Jugendliteraturforschung

Österreichische Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945

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Jugend vor 1914

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Autor
Dobiasch, Sepp
Illustrator
Storch, Karl
Inhalt

Vorangestellt ist die Legende „Der Wanderer“ Vier sechzehnjährige Jungen aus unterschiedlichen Orten und Verhältnissen kommen nach Asch in die Staatslehranstalt für Textilindustrie. Martin Steiner will eigentlich Arzt werden, doch der Vater, ein Bergbauer, hat nicht genügend Geld, um ihn studieren zu lassen. Fred Schmid, aus reichem Haus, faul, will Schriftsteller werden. Der Vater macht sich Sorgen um die Monarchie: „Die Tschechen,, die Polen, die Serben, die Ungarn und alle anderen Völker aollen ihren eigenen Staat […] (23) Josef Müller, Sohn eines Bergarbeiters, wird von seinem Vater nach Asch geschickt, um ihm einen Aufstieg zu ermöglichen. Michael Schulze, Sohn eines Försters, möchte unbedingt sein eigener Herr sein. Er geht gegen den Willen seines Vaters in die Textilschule. In der Folge wird der Schulalltag erzählt mit strengen Lehrern und Streichen und den ersten Verliebtheiten. Einige Schüler werden Mitglied der immer noch existierenden katholischen Verbindung Markomannia“ Der alkoholabstinente Martin Steiner stellt sich gegen die Verbindung. „Es bildeten sich zwei Gruppen, die Markomannia, die Gegner der Markomannen. Zwischen den beiden Parteien stand der einzige Jude […] Benjamin Gold. (83) Gold wird negativ beschrieben , er versucht die Arbeiter aufzuhetzen und ist Marxist. Martin Steiner führt das noch neue Schifahren ein und gründet den Deutschen Sportbund. „Wir wollen vom Deutschtum und dem deutschen Volk mehr wissen, als uns die Schule lehrt..“ (105) Es kommt zu Zusammenstößen zwischen der Markomannia und dem Sportbund und sogar zu einem Duell. Fred Schmid wird nicht in die nächste Klasse veresetzt, sein Vater schreibt ihm harte, Worte, Fred begeht Suizid. Gleich zu Beginn wird der Antisemitismus spürbar: „Ein Jud nach dem anderen kommt herein, handelt, schachert, kauft, verkauft und in ein paar Jahren wird er reich (31) Benjamin Gold wird als berechnend, verschlagen beschrieben, die Lebensumstände verändern sich, Josef Müllers Vater wird verschüttet und entkommt knapp dem Tod. Das Deutschtum wird immer wichtiger, vor allem als die Monarchie zusammenbricht: „Die ganze deutsche Jugend der Monarchie muß sich um eine Fahne sammeln – die Deutsche Fahne. Wir sind das überlegene Volk, wir stellen größtenteils die Führer der Armee, der Wirtschaft, des Staates und der Kultur.“ (237f) Der Ausbruch des Krieges wird von den Jungen gefeiert. Die Tschechen und die Serben werden als große Feinde gesehen. Martin Steiner stirbt im Kampf um Deutschland. Das Buch endet mit den Worten: „Gott gab ihnen den Glanz der ewigen Jugend“. (280)

Veröffentlichungsereignisse
Verlag Datum Ort Hersteller Place of Manufacture Date of Manufacture Beschreibung Analysierte Ausgabe
Wilhelm Limpert-Verlag 1939 Berlin Wilhelm Limpert Dresden Zeichnungen des Schutzumschlages von Karl Storch dem Jüngeren, Berlin 280 S.
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