Datenbank Kinder- und Jugendliteraturforschung

Österreichische Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945

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Salten, Felix

Image
Persistent Identifier
https://d-nb.info/gnd/118840819
Pseudonym
Felix Salten
Karl Albrecht (auch: K.A.)
Siegmund Salzmann
Jeremias Eckenpfeifer
Martin Finder (auch: m.f., M.F.)
Karl Heinrich
Marie Hemmer
Sacha Lanzelot
Sebastian Merker
Vorname
Felix
Sziga
Nachname
Salten
Alternate name
Feliks Salten
Zal’ten, Felix
Salten, Félix
Salten, Feliks
Sal'ten, Feliks
Zal'ten, Feliks
Zalten, Felix
Saltau, F.
Beruf
Schriftsteller*in
Herausgeber*in
Geburtsort
Budapest (Pest)
Geburtsdatum
1867-09-06
Sterbeort
Zürich
Sterbedatum
1945-10-08
Datum der Beerdigung
1945?
Bedeutung

Ernst Seibert meint: „Es wäre zu überlegen, ob Felix Salten […] mit seinem Roman Bambi, der ursprünglich gar nicht als Kinderbuch gedacht war, nicht überhaupt als Ahnherr einer modernen Form der Gattung des Tierbuchs anzusehen ist.“ (Seibert 2022, 88) Die Langlebigkeit des Romans sieht Seibert darin, dass Salten das kindliche Unbewusste thematisiert, Sigmund Freud gegenüber jedoch eine oppositionelle Position einnimmt. Damit entspricht sein Werk nicht den beschwichtigenden pädagogischen Beruhigungsstrategien der Nachkriegs-Kinderliteratur. Das großgeschriebene Personalpronomen in der dritten Person Singular „Er“ sieht er als ein Pendant zum Freud’schen Über-Ich. (Seibert 2022, 241) Als Vorläufer von Bambis sieht Seibert „Das Dschungelbuch“ Rudyard Kiplings und die Tierbücher von Marie Ebner-Eschenbach, mit der er auch in Verbindung stand. Laut Seibert beeinflusste Saltens „Bambi“ auch Karl Bruckner 1952 erstmals erschienenes Werk „Die Wildspur“. (Seibert 2022, 242-247)

Rezeption

„Salten war sein Leben lang Journalist. Sein Ansehen zu seiner Lebenszeit war von dieser Tatsache zweifellos mehr geprägt als von seiner dichterischen Arbeit“ (Dickel 2007, 137)

Leben

Felix Salten kam wenige Wochen nach seiner Geburt mit den Eltern nach Wien, da sich der Vater beim Kauf einer Kohlegrube verspekuliert hatte (siehe Waldner 2020, 335). Die Übersiedlung war ein ziemlich wagemutiges Unternehmen, denn ein zugewanderter Jude aus Ungarn hatte es in Wien nicht leicht. Zu groß waren die Vorurteile. (siehe auch Dickel 2007, 83) Die Familie lebte zunächst im 9. Wiener Gemeindebezirk, später dann in einem Vorort Währings, wo er auch die Volksschule besuchte und mit Freude den katholischen Religionsunterricht besuchte. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten seines Vaters Philipp Salzmann musste er 1885 den Besuch des Gymnasiums in der Kalvarienberggasse, wo er bereits mit Antisemitismus in Berührung gekommen war, und später in der Wasagasse, abbrechen. In seiner Familie findet er keinen Halt, Dickel spricht von „Zügen der Verwahrlosung“ und von einer „collagierten Bildungsbiographie“(Dickel 2007, 117). „Naheliegend, darin auch eine Ursache der Ungleichwertighkeit von Saltens literarischer Arbeit, bis in Probleme der Syntax gelegentlich, zu suchen.“ (Dickel 2007, 117) Salten arbeitete kurzfristig bis er aus unbekannten Gründen seine Stellung wieder verlor, bei der Phönix-Versicherung als „Policenschreiber“ (siehe Dickel 2007, 123). Daraufhin wandte er sich dem Journalismus zu. Seit 1885 schrieb er für die »Österreichische Kunst-Chronik. Zeitschrift für Wiener- und süddeutsche Kunst und Kunstgewerbe« (Wien), wurde 1886 Mitarbeiter der Zeitung »An der schönen blauen Donau. Unterhaltungsblatt für die Familie« (Wien), 1890 Mitglied des Literaturvereins »Freie Bühne«, war 1890 bis 1892 Redakteur der Zeitung »Allgemeine Kunst-Chronik. Illustrirte Zeitschrift für Kunst, Kunstgewerbe, Musik, Theater und Litteratur« (Wien), 1893 bis 1898 Burgtheaterreferent und seit 1896 Feuilletonist der »Wiener Allgemeinen Zeitung«, der WAZ, einem philosemitischen Blatt in Wien. Zunächst in einer eher untergeordneten Stellung, gelang es ihm relativ rasch, seine Bedeutung zu stärken. Ab 1902 arbeitete er bei der Tageszeitung „Zeit“ mit, sie war geprägt durch einen „gemäßigten Sozialismus“ und umfasste einen großen Kulturteil (Dickel 2007, 135) Mitarbeiter waren unter anderem Max Graf, Anton Wildgans, Theodor Herzl und Otto Julius Bierbaum. Trotz einiger Feindschaften gelang es Salten auch hier erneut eine dominierende Stellung einzunehmen. (Wien) Als „Specialcorrespondent „ der „Zeit“ gelang es Salten ein freundschafftlichs verhältnis zu den Erzherzögen des hauses Habsburg zu pflegen. (Siehe Dickel 2007, 140). Er wird als Journalist sehr bekannt. sowie seit 1894 Mitarbeiter und 1910 bis 1914 Burgtheaterreferent der Zeitung »Die Zeit« (Wien)…

Familie

Sohn des Ingenieurs Philipp Salzmann (geb. 1831 in Mikolc, gest. in Wien 1905), der später nach Budapest ging, und Marie (1833-1909). 1902 heiratete er die Schauspielerin Ottilie (Otti) Metzl (Metzeles1868–1942). Trauzeugen waren Arthur Schnitzler und Siegfrid Trebitsch Mit ihr hatte er zwei Kinder Paul Salten (1903–1937), später Filmschaffender, und Anna Katharina Salten (1904–1977), später Illustratorin, unter anderem von Saltens 1925 erschienene Erzählung „Bob und Baby“, Schauspielerin und Übersetzerin, verheiratete Rehmann, verheiratete Wyler.

Bekannt mit
Baer, W E
Verbindung zu
Disney
Quellen
Seibert/Blumesberger 2006