Ringler-Kellner, Ilse
Veröffentlichte in der „Wiener Mode“ und im Brünner „Tagesboten“, lebte seit 1920 in Perchtoldsdorf. Schrieb seit 1923 Lyrik. 1928 gestaltete sie den ersten eigenen Urania-Abend. Ihre eigenen Werke, v. a. Heimatliteratur, trug sie im „Radio Wien“ vor. Ab 1937 war sie Mitglied der NSDAP. Während der NS-Zeit war sie sehr produktiv, arbeitete in führenden Kunstzeitschriften und -zeitungen mit und las in Schulen. 1939 wurde ihr Haus in Baden zerstört, dabei wurden zahlreiche Manuskripte vernichtet. Nach 1945 veröffentlichte sie zwar keine Bücher mehr, ihre Gedichte wurden jedoch weiterhin in Zeitungen, Kalendern, Anthologien und Zeitschriften abgedruckt. Ab 1950 lebte sie in Salzburg. In ihrem Buch „Birkhild. Aus der Kampfzeit eines österreichischen BDM-Mädels“ von 1938 erzählt sie autobiografisch von ihren Erlebnissen als BDM-Mädel. In einem Interview meinte sie: "Dieses ist mein allerliebstes Gedicht‘ sagt sie plötzlich und zeigt auf ‚Das deutsche Wiegenlied‘, denn damit verbinde ich mein schönstes Erlebnis: Ich sandte es nämlich 1933 an den Stuttgarter Sender und wurde daraufhin zu einer Vorlesung eingeladen. Ich fuhr nach Stuttgart, und eine halbe Stunde nach mir sprach Adolf Hitler anläßlich seines großen Turnfestes durch das Mikrophon. Ich eilte sofort ins Stadtbräu und hatte das unvergeßliche Erleben, den Führer zum erstenmal zu sehen" Über ihr Buch Birkhild heißt es im selben Interview: „Birkhild ist ein tapferes BDM-Mädel aus Perchtoldsdorf, so schlank und blond wie die Birke im Garten unten und eigentlich Ilselotte, die Tochter der Künstlerin.“ (Liselotte Grimm: Der Ilse, der Gretl, der Liesl. Besuch bei Frau Ilse Ringler-Kellner. In: Volks-Zeitung, 29.12.1938, S. 3f.)
Ihr Vater Dr. Hans Kellner war Architekt in Sarajewo. Ilse Ringler-Kellner kam mit elf Jahren nach Brünn.
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