Kernmayr, Erich Knud
- Pseudonym
- Erich Kern
- Hans René
- A.G. Miller
- Thomas Leonhard
- Katja Holm
- Vorname
- Erich Knud
- Nachname
- Kernmayr
- Geburtsort
- Graz
- Geburtsdatum
- 1900-02-10
- Sterbeort
- Prien am Chiemsee
- Sterbedatum
- 1977-10-09
War nach Abschluss seiner Gesellenprüfung als Fleischer auf Reisen. Er wechselte rasch hintereinander die Berufe, war als Tanzlehrer, Holzfäller, Kohlenhändler, Masseur, Handelsvertreter, Reporter, Schwimmlehrer, Schaufensterdekorateur und vieles andere mehr tätig. Als er wegen Betruges inhaftiert war entdeckte er seine schriftstellerische Begabung. Er war fünf Mal verheiratet, unter anderem mit der Schriftstellerin Marie Louise Fischer, hatte zwei eheliche Kinder und drei uneheliche. Seine Tochter mit Marie Louise Fischer wurde 1957 geboren. Mit 68 wurde er noch einmal Vater eines Sohnes mit seiner jungen Sekretärin. Ihm widmete er auch sein Buch "Briefe an meinen Sohn". Er wandte sich zunächst der Kommunistischen Partei zu, wo er als Heimwehrspitzel galt (siehe Baur 2012, S. 212) Ab 1934/35 engagierte er sich für den Nationalsozialismus, wo er als Spitzel für die KP galt. Als Mitglied der NSDAP lebte er in Deutschland. Er trat der SA bei, ging nach Wien und wurde Journalist und Mitarbeiter von illegalen NS-Medien. Nach dem "Anschluss" begleitete er zunächst Adolf Hitler bei seiner Reise durch Österreich und war später Hauptstellenleiter im Wiener Gaupresseamt. Das Buch "Ein Volk kehrt heim. Österreichs Kampf und Befreiung" schrieb er im Nazi-Jargon im Auftrag Hitlers innerhalb von 14 Tagen. Er wurde Chef-Dramaturg bei "Wien-Film", später auch bei den Filmfirmen Bavaria, Terra und Tobias. und schrieb mehrere Drehbücher, unter anderem "Musik für dich" (1937), "Donauschiffer" (1937), "Einmal der liebe Herrgott sein" (1942). Sein Film "Wiener G'schichten" (1940) gehörte zu den international erfolgreichsten Filmen der NS-Zeit. Er ging 1940 mit dem Wiener Gauleiter Josef Bürckel in die Saarpfalz, wo er Leiter des dortigen Gaupresseamts wurde. Als Mitglied der SS nahm er 1941 bis 1945 im Dienst der Waffen-SS an Kriegseinsätzen teil und war vor allem Frontjournalist in einer SS-Kriegsberichteabteilung. Er veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungen, vor allem "Erlebnisse aus der Kampfzeit" mit autobiografischen Zügen, wie etwa "Fahne im Sturm" (1940), "Der verratene Berg (1943). Durch seine guten Verbindungen zu Adolf Hitler konnte er auch einige "nichtarische" Künstler schützen. Nach Kriegsende standen seine Werke auf dem Index und er war im Gefängnis, allerdings nur kurz, da sich vo viele für ihn einsetzten. Wie viele andere SS-Mitglieder, wurde er nach 1945 vom amerikanischen Geheimdienst Counter Intelligence Corps, dem Vorläufer der CIA angeworben. Er war Mitglied des so genannten "Gmundner Kreises". Mit dem Mussolini-Befreier Otto Skorzeny betätigte er sich als als Fluchthelfer für hochrangige Nationalsozialisten. Ende der 1940er Jahre war er Poponent des Verbandes der Unabhängigen, der Vorläuferpartei der späteren FPÖ. Gemäß des österreichischen "Verbotsgesetzes" von 1947 durfte er zunächst nicht mehr als Schriftsteller tätig sein. Er reichte jedoch ein Gesuch ein, als er finanziell schlecht gestellt war und dank zahlreicher Unterstützungen wurde er als "minderbelastet" eingestuft. Ab 1948 publizierte er unter dem Namen "Erich Kern" und schrieb zahlreiche Fortsetzungsromane für Illustrierte, wie STERN, Revue und HÖR ZU. Einige seiner Bücher wurden verfilmt, z.B. Erzherzog Johanns große Liebe" mit O.W. Fischer. Bis zu seinem Tod galt er in der BRD als führender Aktivist in der rechten Szene. Seit Mitte der 50er Jahre lebte Kernmayr in Törwang am Samerberg in einem gastfreundlichen Haus wo er Prominente aus Kunst, Wissenschaft und Politik empfing. Sein Tod im Jahre 1977 wurde von der Fachwelt der Kinder- und Jugendliteratur nicht wahrgenommen. Er schrieb 54 Romane und Erzählungen für Erwachsene, neun Theaterstücke, ca. 18 Filme , 400 Kurzgeschichten, einige Sachbücher und ca. 30 Kinder-/Jugendbücher, Mädchenbücher, Lausbubengeschichten und Detektiv-/Abenteuerbücher. Er arbeitete auch bei der 1956 gegründeten Zeitschrift "Bravo" mit. Mit seinen Mädchenbüchern hatte Kernmayr großen Erfolg, die Protagonistinnen, vor allem Gitta, blieben jedoch in ihren traditionellen Rollen verhaftet. Auch die Reihe über die Lausbuben Pepperl und Gustl hatte großen Erfolg. Diese Geschichte erschien zunächst in Fortsetzung in der Zeitschrift HÖR ZU.
Wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Eltern: Fleischer und Glaser Gustav Johann Kernmayr und Maria Theresia, geb. Hess
- Verbindung zu
- Gaupresseamt
- Gmundner Kreis