Kolbenheyer, Erwin Guido
- Vorname
- Ertwin Guido
- Nachname
- Kolbenheyer
- Beruf
- Schriftsteller*in
- Geburtsort
- Budapest
- Geburtsdatum
- 1878-12-31
- Sterbeort
- Gartenberg
- Sterbedatum
- 1962-04-12
1926 Ehrendoktorwürde der Medizin. Während der NS-Zeit wurde er zum meistgelesenen Autor Langenbucher meint über ihn: "Seine drei Hauptthemen sind: der deutsche Mensch, das deutsche Weltbild, die deutsche Gottoffenbarung" (Langenbucher, S. 98)
Am 3.4.1906 Heirat mit der Malerin Marianne Eitner. Er leitete während des 1. Weltkrieges ein Kriegsgefangenenlager. Zog 1919 nach Tübingen. Aufgrund seiner literarischen Erfolge wählte er statt der angestrebten wissenschaftlichen Laufbahn den Lebensweg eines freien Schriftstellers. 1926 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, die er jedoch zugleich mit Emil Strauß und Wilhelm Schäfer aus Protest gegen ein Übergewicht der demokratischen Schriftsteller wieder verließ. 1932 zog er nach Solln bei München. Er verfasste vor allem historische Romane und Dramen, seine Helden sind typische Germanen, die mit den Feinden der Umwelt ringen. In seiner Rede an die Hitler-Jugend aus dem Jahre 1942 wird sein Streben deutlich: "[...] Das künftige Jahrhundert unseres Volkes wird in diesen Monaten das Wegzeichen erhalten, unter dem es eine Entwicklung nehmen soll, die nicht nur für unser Volk selbst, sondern für die gesamte weiße Rasse von Bedeutung sein wird. Eine neue Bestandform der weißen Menschheit muß gefunden werden, Europa muß seine neue Gestalt erhalten, und das deutsche Volk wird diese Gestalt in erster Linie zu bestimmen haben [...] Und für diese Lebensaufgabe wird nach dem errungenen Siege der Nation die politisch geklärte und gefestigte Gesinnung nicht mehr das einzige Ziel, sie wird die selbstverständliche Voraussetzung sein müssen, auf der sich erst das Ziel erhebt, und das heißt: die Behauptung der deutschen Vormachtsstellung im politischen und kulturellen Leben der abendländischen Menschheit. Denn wir werden unseren Sieg nur dann erst wirklich gewonnen haben, wenn wir neben der politischen und wirtschaftlichen auch die kulturelle Führung erlangen und festhalten. Dieser gewaltige Aufgabenblock - Politik, Wirtschaft, Kultur - ist eine lebendige Einheit, die sich nicht aufspalten läßt, wenn die europäische Mission unseres Volkes erfüllt werden soll. [...]" (Jugend und Dichtung, S. 21) Ab 1940 war er Mitglied der NSDAP, Mitglied der Dichterakademie. Nach dem 2. WK lebte er in Bayern und wurde als Belasteter in Gruppe II eingestuft. Er erhielt 180 Tage Sonderarbeit und 5 Jahre Berufsverbot, die Hälfte seines Vermögens wurde eingezogen. 1946 wurde er aus seinem Haus in Solln vertrieben und ging nach Schlederloh. Am 27.10.1948 wurde er durch die Spruchkammer verurteilt und sein Gesamtwerk verboten. 1950 wurde er in einem Berufungsverfahren als "minderbelastet" eingestuft. Zugleich wurde das verbot von einzelnen Werken aufgehoben. 1951 wurde ihm zu Ehren die "Gesellschaft der Freunde des Werkes von Erwin Guido Kolbenheyer" gegründet. 1953 bezog er ein Haus in Gartenberg bei Wolfratshausen. Am 9.3.1957 starb seine Frau. Ab 1957 wurde die Zeitschrift "Der Bauhüttenbrief. Zeitschrift für die Freunde des Werkes von Erwin Guido Kolbenheyer. 1958 unternahm er eine Vortragsreise über Salzburg und Linz nach Wien. Noch bei seinem 75. Geburtstag dankte er mit dem Hitlergruß.
Sohn eines ungarndeutschen Architekten und einer sudetendeutschen Mutter
- Quellen
- Hillesheim/Michael
- Langenbucher 1941