Fischer, Grete
- Pseudonym
- Ps. Joseph Amiel,
- Margaret Fisher
- Geburtsort
- Prag
- Geburtsdatum
- 06.02.1893
- Sterbeort
- London
- Sterbedatum
- 28.03.1977
War Schriftstellerin, Journalistin, Pädagogin und Übersetzerin. Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie bereits mit 13 Jahren in der sudetendeutschen Zeitschrift „Deutsche Arbeit“ und war an der Herausgabe einer Schülerzeitung („Der Pfifficus“) beteiligt. Grete Fischer arbeitete während des ersten Weltkrieges mit galizischen Flüchtlingen, war 1917 bis 1934 in Berlin als Lektorin beim Verlag Paul Cassirer - betreute dort u.a. Else Lasker-Schüler - und später bei Ullmann tätig, gab nebenbei Musikunterricht. 1920-31 Konzertberichte im „Berliner Börsen-Courier“ und ab 1931 in der „B.Z. am Mittag“ und in anderen Zeitungen. Sie verfasste Kurzgeschichten und Novellen. Ihr erster Roman „Nicht traurig sein“ konnte 1933 nur in einem Vorabdruck erscheinen. Ab 1921 war sie Konzertkritikerin des „Berliner Börsen-Couriers“ und Mitherausgeberin von Klassikerausgaben des von Ullstein übernommenen Propyläen-Verlags. Später war sie im Lektorat für Zeitschriftenromane im Ullstein Verlag tätig.Sie unternahm eine Reise nach Palästina und verfasste darüber ein Buch, das sie unter Pseudonym in einem kleinen Pariser Emigrantenverlag herausgab. Das Erscheinen ihres ersten Romans „Sei nicht traurig“ wurde von der Machtübernahme der Nationalsozialisten verhindert. Im April 1933 wurde sie mit allen anderen jüdischen MitarbeiterInnen des Ullstein-Verlages gekündigt Nach ihrer 1934 erfolgten Emigration nach England arbeitete sie bei BBC, bei „Die Zeitung“ und als freie Schriftstellerin und Übersetzerin. Ab 1944 beschäftigte sie sich als Heilpädagogin mit geistig behinderten Kindern, schrieb Fachartikel über Kinderpsychologie und veröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten, unter anderem in der „Berliner Illustrierten“, im „Uhu“ und in der „Vossischen Zeitung“. Unter dem anglisierten Namen M. Fisher 1943-1947 Verfasserin von Kinderbüchern („Banana Circus“, 1943) und Sachbüchern für Kinder in englischer Sprache unter dem Reihentitel „How Things Are Made“, („The Bread We Eat“, 1945; „What A Thread Can Do“, 1946; „The House That Jack Built“, 1947; „Break The Pot - Make The Pot“, 1947). Gründungsmitglied des „Club 1943“, einer Sektion nichtkommunistischer Schriftsteller des „Freien Deutschen Kulturbund“, Mitglied des deutschen PEN-Clubs. Mit Mitgliedern des „Ästhetischen Tees“ in Prag befreundet, u.a. Franz Werfel, Paul Kornfeld, Willy Haas, Egon Erwin Kisch. Arbeitete mit Vicki Baum zusammen. Traf mit Arnolt Bronnen, Carl Zuckmayer, Bert Brecht, Tom Seidmann-Freud u.a. zusammen.
Vater Karl Fischer, wohlhabender Getreidehändler (1857-1942 KZ Theresienstadt); Mutter Clara geb. Engel (1869-1942 KZ Theresienstadt) Schwester Marianne Karsten, geb. 1899, Dr.phil., Literaturkritikerin, Bruder Walter Georg. Die Eltern und der körperbehinderte Bruder wurden im Konzentrationslager umgebracht