Tirol bleibt Tirol. Der tausendjährige Befreiungskampf eines Volkes
- Titel
- Tirol bleibt Tirol. Der tausendjährige Befreiungskampf eines Volkes
- Autor
- Bossi-Fedrigotti, Anton
Anm.: Penning 2021, 241: Hugo Bruckmann war ein früher Münchner Hitler Unterstützer, der gut mit Hinkel bekannt war. Bruckmann und Hinkel sprachen Details mit Bossi ab. Grundlage des Textes sollte die Geschichte des Tiroler `Volkstumkampfes‘ sein. (ebd.) Die Bilder sollten sich auf die ‚völkische Bewegung‘ beschränken. Bossi versprach die Vorlage innerhalb von vier Monaten druckfertig abzuliefern
„pseudohistorisch“ (Penning 2021, 239) „Der Text handelt von der unumströßlich-natürlichen ‚Deutschheit‘ Tirols und besonders Südtirols“ (ebd.) Bossi gestaltet ein“deutsches Jahrtausend“ Erkämpft und beschützt von blonden, opferbereiten, wehrwilligen Bergbauern als Außenposten und Grenzächter Deutschlands. […] (ebd.) „Zur Beweisführung bemüht der Autor in auffälliger Geschichtsklitterung Germanengöter und –herzöge, die Grafen von Tirol, Volksrebellen, Kaiser und Weltkriegssoldaten“ (ebd.) Sie alle kämpfen und siegen stets gegen fremde Völker. „‘Das Reich, für die Tiroler das Deutsche und das ‚Dritte Reich‘.ist Bezugspunkt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. (Penning 2021, 239. Beispielsweise sind alle Epochen durch die Bergfeuer in der Sonnwendnacht miteinander verbunden und werden mehrmals als „tausendjährige Freiheitszeichen der Deutschen“ bezeichnet. (Penning 2021, 239) Eine große Rolle spielt Michael Gaismair, Anführer zur Zeit der Bauernkriege. Gegenspieler sind die österreichischen und spanischen Habsburger, die sich mit der katholischen Kirche, den Jesuiten und einem Juden, Michael Gabriel Salamanca (der historisch belegt ist), gegen die Bevölkerung verschworen haben. Letzterer wird als habgieriger, feiger intriganter Geldverleiher dargestellt. Er ist Schuldeneintreiber des Kaisers und Ausbeuter des Volkes. Bossi versucht durch das Nennen alter Quellen Authentizität zu erzeigen. Damit ist es ihm gelungen, den Antisemitismus in sein Werk einzubauen. Kurz nachdem das Buch in Deutschland erschienen war, wurde im Dezember 1935 von den österreichischen Behörden angekündigt, die Verbreitung wegen ‚getarnter Propaganda‘ für die NSDAP schnellstmöglich zu verbreiten. (siehe Penning 2021, 242) Das Buch wurde auch nur ein Mal aufgelegt. Urteile: Empfohlen: JSW (Karteiteil), Nr. 6, 1936 (Hopster/Josting /Neuhaus 2001, Bd. 1, 122)
| Verlag | Datum | Ort | Beschreibung | Analysierte Ausgabe |
|---|---|---|---|---|
| Bruckmann | 1934 | München | 273 S. | ✓ |
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